Unsere alte Kornmühle ist aus Steinen errichtet, das genaue Alter wissen wir nicht. Das Denkmalamt schätzt, dass sie zwischen 1750 und 1800 erbaut worden ist.
Wie funktioniert so eine alte Getreidemühle?
So ein Mahlwerk ist ein ausgeklügeltes Meisterwerk, das nach einem einfachen Prinzip funktioniert: Über die hölzernen Rinnen gelangt das Wasser von oben auf das Mühlrad und füllt die hölzernen Hohlräume. Durch das einseitige Gewicht beginnt sich das Rad zu drehen.
Das Wasserrad ist mit dem waagrecht liegenden Wellbaum fix mit dem Kamprad verbunden. Der Wellbaum dreht im Inneren der Mühle das Kamprad. Seine hölzernen Zähne greifen in die Holzsprießen des Stockrades, dessen senkrechte Welle, das Langeisen, in die Mühlenkammer hinaufreicht. Dort ist es fest mit dem oberen der beiden Mühlsteine, dem Läufer verbunden. Dieser dreht sich, während der untere Mühlstein, der Lieger, fest verankert ist.
Will man den Mühlvorgang unterbrechen, so kann man im Mühleninneren mit dem Abstoßer die hölzerne Rinne, die das Wasser vom Bach herleitet, verschieben, sodass der Wasserlauf unterbrochen ist.
Das Korn wird in die Gosse, einem hölzernen Trichter, geschüttet. Über eine Rutsche, die durch einen einfachen Mechanismus durch den Läufer hin- und herbewegt wird, fällt das Korn langsam durch das Mittelloch des oberen Mühlsteines durch.
Zwischen den Mühlsteinen werden die Körner langsam zerrieben. Das Mahlgut gelangt über den Schacht in den Mehlkasten, wo das Mehl durch den Mehlsack gerüttelt wird. Das ganz feine Mehl fällt durch das Tuch in die Mehlkiste, das gröbere wird weitergerüttelt bis zum Mehlsieb, wo es von der Kleie getrennt wird. Diese fällt in eine eigene Kiste.Der gesamte Schüttelmechanismus wird über ein Gestänge vom Stockrad her angetrieben. Will man besonders feines Mehl haben, so muss man alles dreimal durchmalen, man kann auch den Abstand zwischen beiden Mühlsteinen vermindern.
Die einzige voll funktionsfähige Mühle im Stubaital darf nun im Sommer einmal in der Woche vor interessierten Gästen oder Einheimischen klappern. Und natürlich zeigen wir auch Ihnen gerne wie früher aus den Getreidekörnern Mehl gemahlen wurde.